Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

 14,00

Das am besten dokumentierte Werk über den Bombenkrieg.

Fünf Jahre lang lagen Deutschlands Städte im Zweiten Weltkrieg unter Dauerbombardement. Mehr als 600 000 Zivilopfer waren zu beklagen, die historisch gewachsene Städtelandschaft versank unwiederbringlich. Der Historiker Jörg Friedrich legt die erste umfassende Darstellung dieser Katastrophe vor, die trotz ihrer beispiellosen Dimension im nationalen Gedächtnis der Deutschen kaum Niederschlag gefunden hat.

592 Seiten, broschiert

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Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945

 14,00

Leser über dieses Buch

Umfassend, detailliert, erschreckend
Nach heutigen Standards wären die Kommandeure der US und Britischen Luftstreitkräfte vermutlich Kriegsverbrecher, aber die Standards waren damals eben – auf beiden Seiten – andere.
Wenn es für Flugzeugbesatzungen sicherer im Luftraum des Gegners ist als über der eigenen Basis, dann schickt man eben Flugzeuge dorthin. Wenn die amerikanische Industrie alle 5 Minuten ein Militärflugzeug fertigstellt, was mach man dann mit einer solchen Anzahl von Flugzeugen? Man schickt sie eben in den Einsatz, ob der militärisch sinnvoll ist oder nicht. Auch nicht zu vergessen, dass deutsche Städte von den Briten nach ihrem „Heizwert“ – also brennbare Bausubstanz wie Holz – auf die Liste der Ziele gesetzt wurden. Und zum Schluss blieben einfach keine Ziele mehr über, also wurden die bereist getroffenen Ziele nochmals angegriffen.
Friedrich zeigt die Fakten auf, er urteilt nicht. Das Urteil muss sich der Leser selbst bilden.

Umfassend und erschütternd
Gerade die jüngere Generation – zu der ich zähle – hat nicht den geringsten Begriff davon, was sich in Deutschland während des Terrorbombardements abgespielt hat.
Ich könnte keinen Aspekt nennen, den Friedrich nicht bearbeitet hätte. Zunächst geht es um die Auslöser und die technischen Details des englischen „moral bombing“, dann auch um die Menschen an den Hebeln, v.a. Harris und Churchill und schließlich um das, was das Bombardement anrichtete. Da neben den nackten Zahlen auch immer erschütternde Zeitzeugenberichte auftauchen, erfährt der Leser das Entsetzen dieser Art von Kriegsführung beinahe hautnah. Jörg Friedrich verfasst den zahllosen Bombentoten jeglicher Nationalität ein eindringliches Requiem. Studien zur Psyche der Menschen, die all dies durchmachten und überlebten, schließen sich an.
Nicht minder erschütternd ist seine Schilderung der Verluste an Baudenkmälern und anderen kulturellen Gütern. Dazu nimmt er den Leser mit auf kurze Reisen in die Geschichte der ausradierten Innenstädte – und das sind de facto so gut wie alle -, um dann knapp aufzuzeigen, wie innerhalb von ein paar Minuten dank der Präzision von Bomber Command diese Schatzkästchen der Romanik, Gotik und Renaissance oder des Barock für den Feuersturm reif geschossen wurden.
Ich habe dieses Buch zu Beginn des Irak-Krieges gelesen, eine sehr belastende Verbindung. Die Tagesschau und CNN lieferten mir ja im Grunde die passenden Bilder zum Buch. Mehr als ein, zwei Dutzend Seiten pro Tag habe ich selten bewältigt. Dies spricht jedoch eher für als gegen den Autor.
Insgesamt kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der sein Geschichtsbild um diese selten aufgegriffene Facette erweitern möchte.

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