âKurz vor Neujahr rief der gewĂ€hlte PrĂ€sident mich persönlich zu sich und drĂ€ngte mich, die Botschaft in Deutschland zu ĂŒbernehmen… Dann fĂŒgte er die geradezu prophetischen Worte hinzu: âDort wird es ums Ganze gehen. Dick, willst du mir helfen oder wirst du mich im Stich lassen?ââ, so Vernon Walters in seinen Memoiren ĂŒber jene Zeit. Im April 1989 wird Walters US-Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland. Es war die letzte Aufgabe, die er â 72jĂ€hrig â ĂŒbernahm. Doch mit welcher Mission, was war das âGanzeâ?
Wie ein roter Faden durchzog Waltersâ Leben der Kampf gegen den Kommunismus. Er blieb stets im Hintergrund, hatte die FĂ€den in der Hand, ob in Griechenland, im Iran, in Italien, in Brasilien, in Chile oder anderswo. Wurde in jenen LĂ€ndern die Regierung gestĂŒrzt, so war Walters in maĂgeblicher Position dabei, ob als Botschafter, MilitĂ€rattachĂ© vor Ort oder als operativer CIA-Chef in der Zentrale. Seine wahre Rolle konnte er stets gut verbergen.
Zweieinhalb Jahre spĂ€ter, 1991, war nicht nur die DDR lĂ€ngst Geschichte, auch die Fahne mit Hammer und Sichel wurde vom Kreml eingeholt, das sozialistische Weltsystem war implodiert â âMission accomplishedâ.









Jan von Flocken: Der Fluch des Tempelritters